HISTORY

Die Geschichte des Sulzerareals

Zu Beginn des letzten Jahrhunderts errichteten die Gebrüder Sulzer in unmittelbarer Nähe zur Winterthurer Altstadt einen Grossindustrie-Stadtteil, welcher über das Industrieareal hinaus die Stadt mit Fabrikantenvillen und Arbeitersiedlungen massgeblich mit gestaltete.

Das Kesselhaus, welches mit seinen 16 Meter hohen Kaminen das höchste Gebäude und gleichzeitig das Eingangsportal des Sulzer-Arals darstellt, war früher als Heizzentrale für die Energieversorgung des gesamten Sulzerareals zuständig.

Das ursprüngliche Kesselhaus wurde in den Jahren 1954 bis 1957 umgebaut, da seine Wärmeversorgung wegen verschiedenen Anbauten auf dem Sulzer-Gelände nicht mehr ausreichte. Am 19. August 1957 feuerten die Werkarbeiter den ersten neuen Kessel an.

Die Kessel wiesen eine Leistung von 20 bis 25 Tonnen Dampf pro Stunde auf, bei einer Temperatur von 400°C. Auch der damalige Brennstoffbedarf ist sehr eindrücklich: Die Kessel verbrauchten 4000 Tonnen Kohle pro Jahr. Jeder Kessel verfügte über ein Kohlesilo, von etwa 400 Tonnen Fassungsvermögen. Gefüllt wurden diese mit einer Kranbahn, die in 30 Meter Höhe als auskragende Fachwerkkonstruktion in den Fabrikplatz hinaus ragte. Die Silos sind heute Teil des eindrücklichen Interieurs des Boilerrooms.

 

Umsetzung des Kesselhauses

Die Sulzer Werke liegen mittlerweile still und das Areal bietet Platz für zeitgenössische Projekte. Eines davon ist das «Kesselhaus», das am 2. September 2010 als modernes Shopping- und Entertainmentcenter seine Tore öffnete. Die denkmalgeschützte Liegenschaft mit ihren hohen Kaminen befindet sich auf dem geschichtsträchtigen Sulzerareal, direkt hinter dem Hauptbahnhof Winterthur. Für den Umbau des Kesselhauses wurde grosser Wert auf die Erhaltung der markanten Objektteile gelegt. So blieben beispielsweise die Fassade sowie die Kohlesilos erhalten und erinnern an vergangene Pionierzeiten.

Die innere Tragstruktur des Kesselhauses wurde einst «um die Maschinen herum» errichtet. Sie ist eine direkte Folge der technischen Einrichtungen und deren Bedienung. So wurde die Raumhöhe durch die Grösse der Kessel und Wärmespeicher bestimmt. Die gegebene Raumstruktur des Kesselhauses, wie die Höhe der Decke, die Kohlesilos und die Struktur der Wände wurden in das Konzept des Boilerrooms miteingebunden.